Die Verbandsliga-Männer des VfL Herrenberg waren ganz nah dran, Spitzenreiter SSV Ulm ein Bein zu stellen, doch am Ende reichte es nicht. In einem vierstündigen Duell musste sich der VfL mit 7:9 geschlagen geben. Zwei Spieltage vor Saisonende sind die Ulmer im Titelrennen quasi durch. 

Vor dem mit Spannung erwarteten Vergleich mit den Ulmern bekamen es die Herrenberger am Vortag mit dem mittlerweile als Absteiger feststehenden SVW Weingarten zu tun. Wie schon in zahlreichen Begegnungen zuvor präsentierte sich das Team aus Oberschwaben allerdings nicht als Absteiger, vor allem im ersten Einzeldurchgang erwiesen sich die Gäste mehr als ebenbürtig. Max Hering, Max Reger, Finn Hiemann und Martin Blume (bei seiner ersten Rückrundenniederlage gegen einen unbequemen Noppenspieler) konnten bei ihren Niederlagen ein Lied davon singen – nach der Hälfte der Einzel lagen die Herrenberger mit 4:5 im Hintertreffen. Am Spitzenpaarkreuz gelang Max Hering mit einem Viersatzerfolg über Weingartens Besten Tim Oelze der Ausgleich, Max Reger holte sich mit einem deutlichen 11:1 im Entscheidungssatz über Mika Voss die Führung zurück. Auch in den weiteren Einzeln wurde dem gastgebenden Tabellenvierten nichts geschenkt, vor allem Martin Blume musste sich nach 0:2-Satzrückstand gegen Uwe Panis noch mächtig strecken (8:11, 9:11, 11:9, 11:9 und 11:6). Ahmad El Haj Ibrahim, der als einziger in den Einzeln ungeschlagen blieb, machte dann den 9:6-Erfolg perfekt. 

Gegen den SSV Ulm war dann auch Spitzenspieler Alexander Frank mit von der Partie, weshalb man sich gegen den Titelanwärter durchaus etwas ausrechnete. Und lange lief es aus Herrenberger Sicht optimal: Die zuletzt an den Tag gelegte Doppelschwäche scheint inzwischen ausgemerzt, wie schon gegen Weingarten ging es auch gegen Ulm mit einer 2:1-Führung aus den Doppeln. Alexander Frank (2), Max Hering, Max Reger und Ahmad El Haj Ibrahim verteidigten mit starken Auftritten die Führung – bis zum Zwischenstand von 7:4, der alle Optionen für einen möglichen Coup gegen den Favoriten offenhielt. Zumal Max Reger im folgenden Einzel gegen Benedikt Dorfmüller aussichtsreich mit 9:3 im entscheidenden fünften Satz vorne lag. Doch der Gegner zog mit einer erfolgreichen Aufholjagd und nach Abwehr mehrerer Matchbälle den Kopf noch aus der Schlinge, was zugleich Initialzündung für die darauffolgende Ulmer Serie gab. Am mittleren und hinteren Paarkreuz spielte sich der VfL nicht mehr in die Punkteränge, auch das Schlussdoppel von Max Hering/Domenico Sanfilippo ging verloren – Endstand 7:9. „Ein Unentschieden wäre heute sicher verdient gewesen“, meinte Kapitän Max Hering, dessen Team mit 21:9 Punkten weiter Vierter ist. In den letzten drei Saisonpartien gegen Ottenbronn, Rottenburg und Calmbach will man diesen Platz zumindest erfolgreich verteidigen. 

Das Landesklasse-Frauenteam hielt im Spitzenspiel gegen den VfL Sindelfingen in den Einzeln durchaus mit, vor allem Denise Frank setzte wichtige Akzente. Allerdings rannte das VfL-Quartett gleich zu Beginn einem 0:2 aus den Eingangsdoppeln hinterher. Diese Bürde erwies sich dann als zu hoch, zumal in den Einzeln neben Denise Frank nur noch Annette Hettler punktete. Am Ende stand ein zwar verdienter, aber etwas zu hoch ausgefallener Erfolg der Sindelfingerinnen um die ehemalige Herrenbergerin Emely Schreiner, die damit ihr Meisterstück machten und zukünftig in der Landesliga spielen. Am 18. April bestreiten die Herrenbergerinnen bei der punktgleichen SpVgg Aidlingen das Spiel um die Vizemeisterschaft.

Thomas Holzapfel